Frank Steffel: „Es gibt nur einen ersten Titel!“

Seit 2005 ist Frank Steffel (48) Präsident der Füchse Berlin Reinickendorf. Damals übernahm er einen verschuldeten Sportverein, der gerade seine Lizenz für die 2. Liga verloren hatte. Vor wenigen Wochen gewannen die Handballer ihren ersten Pokal.

Wie fühlt man sich als Präsident der Pokal-Sieger?

Hervorragend! Es gibt viele Titel in einem Verein, aber nur einen ersten Titel. Wir haben am 13. April Handballgeschichte geschrieben. Egal, wie viele Titel noch kommen werden – diesen werden wir nie vergessen!

Strahlt der Pokal auch auf den Breitensportverein ab?

So ein Pokal erhöht die Präsenz eines Vereins enorm. Davon profitieren nicht nur die Handballer, sondern der ganze Verein. Insbesondere die Kinder und Jugendlichen identifizieren sich stärker mit ihren sportlichen Idolen. Sie können im Vereinssport wichtige Werte wie Fairness, Disziplin und gegenseitigen Respekt lernen. Durch den Sieg haben wir uns außerdem direkt für den EHF-Cup in der nächsten Saison qualifiziert – wir spielen also auch in der nächsten Saison wieder auf europäischer Ebene.

Wie geht es mit der Nachwuchsförderung weiter?

Statt unser Geld für teure Profis auszugeben, haben wir in unseren Nachwuchs investiert. Der Pokal-Erfolg bestätigt unsere Vereinspolitik. Dass unsere Nachwuchs-Spieler auch und gerade in so wichtigen Spielen Einsatzzeiten bekommen, ist immens wichtig. Diesen Weg wollen wir in Zukunft weitergehen. Paul Drux und Fabian Wiede haben sich schon hervorragend im Profi-Kader bewiesen und haben noch viel Potential.

Wie geht es weiter mit Iker Romero?

Iker ist eine große Bereicherung für uns Füchse. Er hat deutlich gemacht, dass er zwar seine Profikarriere beendet, aber weiter als Berater ein Teil der Füchse-Familie bleibt. Wie genau das aussehen wird, werden wir in den kommenden Monaten sehen.

Das Final4 des EHF-Cups findet in Berlin statt. Schon aufgeregt?

Zum Teil ja, die Aufregung wird jeden Tag größer. Dass wir dieses Europacup-Finale ausrichten dürfen, ist für uns Anerkennung und Herausforderung zugleich. Die Sportstadt Berlin hat mit dem EHF-Cup ein neues, sportliches Mega-Event. Man merkt: Der Handball ist in Berlin angekommen. Inzwischen ist die Max-Schmeling-Halle bis auf wenige Plätze ausverkauft. Und was die Füchse angeht: Wir haben Lust auf mehr!

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